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11. Humbug Moutain

Ruhetage sind schwierig...


Erster Freitag und es fällt mir sichtlich schwer, einfach hier sitzen zu bleiben während die anderen Radler, die hier übernachtet hatten, weiterziehen - doch es ist besser so, das sagen auch meine doch ziemlich schweren Beine...
Nun wie versprochen zu den Hippie-Radlern: Dies ist ein Phänomen, das ich in dieser Art nicht erwartet hatte. Immer wieder trifft man hier auf Amerikaner, die mit haarsträubendem Equipment unterwegs sind. Der einfache Grund liegt darin, dass sie sich nicht mehr leisten können. Sie haben weder festen Wohnsitz noch eine Arbeitsstelle und touren, mitunter finanziert durch staatliche Essensmarken, durchs Land. Es fällt schwer zu zuschauen, wie diese Leute ohne funktionierende Gangschaltung und teilweise nur mit einer Bremse tausende von Kilometer zurücklegen. Die total schlechten Sättel und viel zu kleinen Velos sind zudem sicherlich auch nicht förderlich für ihre Gesundheit.
Ein Mann den ich getroffen habe, muss alle 15km eine Pause einlegen, weil ihm sein Allerwertester derart wehtut. Unterwegs mit einem Kinderanhänger voll Chramsch, muss er diese Zeit dann gleich nutzen, um 2 seiner 4 Räder wieder auf zu pumpen, da diese ständig etwas Luft verlieren. Schlafen tut er in einem billigen (löchrigen) Faltzelt, das er nich verschliessen kann und ihn auch nur von Kopf bis Oberschenkel überdeckt. Bei den vielen Stechmücken und vor allem im Regen sicherlich kein Genuss...
Oftmals könnte man diesen Leuten das Leben mit wenig Aufwand und Geld viel einfacher machen, doch irgendwie möchte ich mein Ersatzmaterial auch nicht einfach so verschleudern (gerade weil es auch sehr schwer ist hier an der Küste Material zu bekommen). So belasse ich es oftmals bei etwas Kettenöl oder Hilfe beim Aufpumpen der Reifen.
Für die, dies doch noch interessiert, wie ich den heutigen Tag verbracht habe: Nebst Wäsche-Waschen (von Hand) und dem Kochen und Verzehren eines 800g-Steaks habe ich noch etwas (für mich persönlich) ganz wichtiges getan: Ich bin in den Pazifik "schwimmen" gegangen. Nach dem ich dies bereits vor 10 Jahren (im April) in LA einmal gemacht hatte, war dies das 2. Mal. Doch angesichts der extrem wuchtigen und eiskalten Wellen, war es aber eher Kampf- als Schwimmsport...

Datum der Etappe: 14.05.2014