48. Cassiar hwy V
Der erste Supermarkt seit 600km
Nach einer sehr regnerischen Nacht am Stikine River, musste ich am Morgen abwarten, bis der Regen stoppte und ich mein Camp abbauen konnte - das Zelt nass verpackt wie schon so oft, doch das sind die kleinen Dinge, die einem irgendwann egal sind.
Die folgenden 2.5h kann man dann mit einem Wort zusammenfassen: Aufstieg. Von meinem Camp auf 660m gings über 30km hoch bis auf 1240m. Dies dauert so lange, weil man hinter jedem 50m Anstieg wieder gefühlte 20m runter fährt - es war wieder Mal ein Geduldsspiel. Auf der neuen Touren-Rekordhöhe wars dann empfindlich kühl, was aber durch eine tolle Landschaft entschuldigt wurde.
Die anschliessende Abfahrt nach Dease Lake war rasant und am Ende hätte es beinahe noch gereicht, um das schweizer Spiel zu verfolgen. Geklappt hatts am Ende nicht, verpasst habe ich aber auch nichts ;-)
Hier hatte ich nun endlich Zeit, um meinem Blog wieder auf den aktuellsten Stand zu bringen und nach längerer Zeit wieder mal mit meiner Familie zu "pläuderlen" - Skype sei dank.
High-Speed Internet bekam ich im lokalen Collage (super klein) wo ich kurzerhand ein ganzes Klassenzimmer zur Verfügung gestellt bekam und ich so gemütlich "mein Büro" aufbauen
konnte.
Am Nachmittag traf ich dann gleich zwei einheimische "Bärenkenner", die Outdoorsport wahrscheinlich nur vom Discovery-Channel kennen: Zuerst im lokalen Supermarkt, wo ein Herr mir weismachen wollte, was für hinterhältige Bestien Schwarzbären doch seien - Grizzlys und Elche sind da Plüschtiere dagegen.
Später, wieder auf der Strasse, kam mir plötzlich ein Fahrzeug, das mich zuvor überholt hatte, im Rückwärtsgang entgegen. Als ich auf gleicher Höhe war, öffnete der Fahrer die Tür und erklärte mir ganz entsetzt, dass da vorne ein Bär am Strassenrand sitze. Ich bedankte mich für die Information und als ich im Begriff war, weiterzufahren fragte er mich etwas verwirrt, was ich denn nun tun wolle? Ich erklärte ihm daraufhin, dass ich momentan definitiv mehr Bären treffe als Socken wechsle und ich wisse, wie ich mich zu verhalten habe.
Damit gab er sich zufrieden und ich fuhr, wie immer in "Bären-Situationen", laut singend und sehr aufmerksam an einem friedlichen Schwarzbär(chen) vorbei, das friedlich im Gebüsch sass und mir nachschaute. Ich will hier nichts verniedlichen, aber was hier von "Unwissenden" teilweise für ein Bären-Theater veranstaltet wird, ist lächerlich - reden die ganze Zeit von den gefährlichen Bären und lassen danach ihren ganzen Abfall in der Feuerstelle direkt neben dem Zelt liegen und hängen ihr Essen knappe 2m über Boden an einen Baum (mehrfach so gesehen in Provincial Parks).
Die Nacht verbringe ich übrigens genau in einem solchen Park direkt am See. Provincial Parks bieten normalerweise gratis Camping-Möglichkeiten mit Plumpsklo, Tischen und Feuerstellen an, die offensichtlich kaum genutzt werden (hier sind wir 2 Personen auf 10 verfügbaren Plätzen)...
Übersichtskarte
Datum der Etappe: 20.06.2014








