63. Dawson City
Da wo schon Dagobert Duck reich wurde...
Für heute habe ich mich entschieden an einer Minen-Tour teilzunehmen. Dieser relativ teure Spass wurde etwas "speziell" als ich die anderen Tourenteilnehmer zu Gesicht bekam: 12 Rentner, die alle mit Kreuzfahrten bzw. mit Bustouren unterwegs sind. Ich zog also den Altersschnitt etwas runter, was nicht heisst, dass es nicht interessant war.
Heute wird vor allem noch in den Seitentälern geschürft, da es entlang des Klondikes nichts mehr zu holen gibt - mit einer Ausnahme: Unter der Stadt selbst liegen wohl noch Unmengen Gold. Allerdings ist es strengstens Verboten, dort zu graben, nicht einmal das Bauen von Kellern ist erlaubt.
Umso unbürokratischer gehts in den Seitentälern zu und her: Hier kann sich jeder (theoretisch selbst ein Tourist) einen Claim abstecken. Dafür braucht er nichts als zwei Holzpfähle. Diese kann man überall wo es noch keinen Claim gibt, bzw. der aktuelle Besitzer nicht aktiv Schürft, einschlagen und mit dem Namen beschriften. Anschliessend geht man in die Stadt und muss den Claim für nur 10$ registrieren - und schon ist man offizieller Besitzer eines Claims.
Per Definition ist dieser 160m lang (entlang eines Baches) und 660m breit. Solange man nun Arbeitsleistung im Wert von min. 200$ pro Jahr ausführt, kann man diesen Claim nicht mehr verlieren. Einziger Hacken: Von den gefundenen Bodenschätzen muss man 13% an den Staat abgeben.
Wir besichtigten die Mine der Miller-Familie. Diese besitzt 70 zusammenhängende Claims und schürft hier mit Bagger und Waschanlage, so wie man es von den TV-Serien vom Discovery-Channel (od. DMAX) kennt.
Allerdings muss man hier tief graben: 13m Humus musste abgetragen werden, bis man in die goldhaltigen Sand-Schichten vorstiess. Bitter dabei: Beim Graben wurde ein alter Minen-Schacht entdeckt, der aus dem eigentlich Gold-Rush stammte. Der Besitzer hatte sich hier mühsam durch den Permafrost gepickelt, bis auf 12m Tiefe (das entsprach etwa 2 Monaten Arbeit für einen Mann) und gab dann auf. Bis zur goldführenden Schicht hätten nur noch 60cm gefehlt!
Beim Graben werden hier auch sehr viele konservierte Knochen, speziell von Mammuts gefunden. Neben Gold ist Elfenbein das einträglichste Geschäft für die Goldgräber!
Schliesslich durften wir selber noch Goldwaschen und ich fand tatsächlich ein kleines Gold-Partikelchen - als einziger der gesamten Gruppe ;-)
Danach gings zurück in die Stadt, wo ich übrigens vom Pastor der lokalen Kirche gehostet werde und so wohne ich auch gleich in der Kirche selbst. Den Kontakt hatte mein vorheriger Host von Whitehorse hergestellt. Da die Kirche aber nur 6 Mitglieder hat, arbeitet Chad (der Pastor) nebenbei noch im Supermarkt - als Regal-Auffüller. Trotzdem ist er absolut glücklich, dass er überhaupt an einem so tollen Ort leben kann.
Datum der Etappe: 05.07.2014








