north↑wards SF → Prudhoe Bay

70. Richardson hwy I

Spezielle Begegnungen

500 hm
Anstieg
650 hm
Abfahrt
7:15 h
Unterwegs
5:37 h
Reine Fahrzeit
21.7 km/h
Ø Geschw.
122 km
Distanz


Zuerst gings heute 30km nach Delta Junction. Übernachtet hatte ich übrigens an der längsten Geraden meiner Tour: Während mehr als 50km gibts keine fühlbare Kurve.
In Delta Junction schenkte mir die nette Dame mit deutschen Wurzeln, die in der Touristeninformation arbeitete, abgelaufene Snacks. In der Bibliothek gabs noch einmal ein wenig Internet - allerdings noch immer kein Host für Fairbanks und im Supermarket noch etwas
Frisches zu essen.
Im übrigen geht hier auch der Alaska-Highway offiziell zu ende. Per sofort heisst meine Strasse Richardson-Highway.
Etwas später traf ich auf einem Parkplatz zufällig auf eine Gruppe mit modifizierten Campern, in denen sie Pferde transportierten. Es stellte sich heraus, dass es der Unterstützungstrupp eines Mannes ist, der auf der Panamericana von Prudhoe Bay nach Mexiko reitet - um Geld für Waisenhäuser zu sammeln. Diese "Projekte für einen guten Zweck" nehme ich immer mit einem Schmunzeln zu Kenntnis: Warum sollte jemand Geld spenden, weil jemand anderes seinen Lebenstraum verwirklicht und durch Amerika reitet?
Wenn der "Gute Zweck" im Mittelpunkt stehen würde, dann müsste man gleich zu Hause bleiben, stattdessen Arbeiten gehen und dann den Lohn spenden...
Wenn übrigens jemand auf Grund meines Trips Geld spenden möchte, dem kann ich gerne meine Konto-Nr. geben. Der Betrag wird dann in Essen oder andere gute Zwecke für einen armen 20-Jährigen, der ganz alleine durch Alaska reist, investiert.
Später gings weiter mit speziellen Bekanntschaften: Ich traf einen Japaner, der seit 4 Monaten dem Alaska-Highway entlangwandert - ohne Englisch sprechen zu können. Ich wurde mir nicht einmal richtig schlüssig, ob er seinen Trip nun in Fairbanks beendet oder nicht - ein netter Kerl wars aber trotzdem.
Vor lauter Spinnern, die ich hier treffe, fühle ich mich im übrigen absolut normal mit meinem Projekt-"chen".
Ansonsten wars heute vor allem heiss. Als es mir einmal beinahe schwindlig wurde, ging ich kurzerhand bei einer Raststätte in den angrenzenden See schwimmen. Dies wurde von einigen Autofahrern etwas verwundert zur Kenntnis genommen - mir war das aber egal und ich genoss die Abkühlung in vollen Zügen.
Nun campiere ich an einem schönen Flüsschen, dessen Name ich schon wieder vergessen habe und werde von einer Herde Moskitos bestens "umsorgt". Morgen sinds dann noch rund 70km bis nach Fairbanks.

Übersichtskarte

Datum der Etappe: 12.07.2014