17. Knappa - Toledo
Weniger Landschaft dafür mehr Leute
Der heutige Tag begann damit, dass wir auf unserem (stinkigen) Campground einen Abenteurer trafen, der schon so ziemlich alles gemacht hat und vor 2 Wochen beim Versuch, 2000 Meilen durch die Inside-Passage mit dem Kajak zu paddeln, gescheitert ist. Er war in den letzten 3 Monaten offensichtlicherweise nicht sonderlich viel unter Leuten und wollte gar nicht mehr aufhören, uns voll zu quatschen.
Als es endlich losging, konnte ich mit Washington meinen dritten US-Bundesstaat (auf dieser Tour) betreten. Eine kleine Fähre war es, die uns über den Columbia-River und damit nach Washington brachte.
Anstatt mit Regen begrüsste uns Washington mit Sonne und Wärme, die man schon beinahe als Hitze betiteln könnte! Die Route führte uns entlang des Flusses weiter landeinwärts und dann weiter Richtung Norden.
Auch heute wurde ich wieder von vielen Leuten angesprochen. Zum Teil geben sie mir "gute" Tipps, wie z.B. dass man in Alaska unbedingt eine möglichst grosse Flinte aufs Fahrrad laden oder einen Moskitonetz-Ganzkörperanzug tragen sollte. Andere geben mir Adressen und Telefonnummern "für Notfälle" und die dritte Gruppe erzählt mir Schauergeschichten von Wolf-Attacken oder zeigen mir Youtube-Videos von Moskitoschwärmen lebensgefährlichen Ausmasses.
Doch irgendwie wird das wohl immer so sein während dieser Tour. Bereits in San Francisco wurde mir mehrfach gesagt, dass eine Velotour in nördliche Richtung durch Oregon und Washington Selbstmord sei - ich muss hier aber anmerken, dass ich mich noch immer ziemlich lebendig fühle.
Mein Freund übrigens wird viel weniger "belästigt" - als Amerikaner wird ihm voll zugetraut, dass er weiss was er macht.
Er wird mich morgen leider verlassen und eine etwas östlichere Route einschlagen, um dann wieder auf Autostopp umzusteigen. Dies ist sehr schade (findet auch er so), da wir wirklich sehr gut miteinander auskamen und die "Zusammenarbeit" bestens klappte - auf Velotouren alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Trotzdem war es schön, mal ein paar Tage lang etwas tiefgründiger als nur den üblichen amerikanischen Small-Talk sprechen zu können.
Übersichtskarte
Datum der Etappe: 20.05.2014






