32. Quadra Island
Ein weiterer "Ruhetag"...
Nachdem mich mein Host Diana heute Morgen im Dorf rumgeführt hatte, trennten wir uns unterwegs, da sich noch Dinge zu erledigen hatte und ich ging zurück zum Haus - zumindest wäre dies der Plan gewesen...
Nun stellte sich mir aber ein unerwartetes Problem: Wo war das schon wieder? Da ich am Tag zuvor die letzten Kilometer in Dianas Auto zurückgelegt hatte, musste ich das Haus zuvor noch nie selbst suchen und nun stand ich ohne Karte, ohne Handy und ohne mich an ihren Namen zu erinnern irgendwo in verwirrenden Quartierstrassen und irgendwie sahen alle Häuser so ähnlich aus. Etwas verzweifelt fuhr ich die Strassen ab und versuchte per Ausschlussverfahren herauszufinden, wo das Haus war. Ich war schon kurz davor auf gut Glück in fremde Häuser einzubrechen, als zum Glück Diana (ja, das war ihr Name den ich nun auch kenne ;-) ) dahergeradelt kam und mich amüsiert nach Hause führte.
Am Abend war ich dann zu einer "Ausfahrt" mit "einigen Radlern vom Dorf" eingeladen. Zwar wusste ich, dass alle mit Rennrädern unterwegs waren, doch nach über 2500km im letzten Monat sollte das ja sicherlich kein Problem darstellen - dachte ich.
Als ich dann vor Ort war, wurde mir klar, dass es hier ziemlich professionell her und zu geht: Ein Radler war in einem verschalten Liegerad am Start und die Gruppe wurde angeführt von Sam Whittingham - seines Zeichens niemand geringeres als RAAM-Fahrer und Halter von zeitweise 5 Weltrekorden im Bereich Hochgeschwindigkeits-Radfahren. Unter anderem erreichte er 132km/h in der Wüste von Nevada. Ein Video von einem seiner Rekorde gibts hier auf Youtube mehr gibts in seinem englischen Wikipedia-Beitrag.
Zwar ist er seit 3 Jahren vom Spitzensport zurückgetreten, doch für Laien-Verhältnisse liess er und seine Kollegen auch heute nichts anbrennen und so war es für mich ein 90-minütiger Fight, um mit meinem Stahl-Koloss auf der hügeligen Strecke irgendwie mitzuhalten und mich dabei nicht derart auszukotzen, dass ich morgen noch 130km fahren kann (das wäre nämlich das Ziel).
Irgendwie stand ich es durch und bin gespannt, was die nächsten Tage und Wochen bringen werden. Dies war nämlich vorläufig mein letzter Host - jetzt geht's raus in die Wildnis.
Datum der Etappe: 04.06.2014








