51. Watson Lake
Mitte der Tour - Weitere Pläne
Heute verbringe ich einen Ruhetag in Watson Lake, wo ich wiederum eine Host-Familie auf der Internet-Plattform warmshowers.org gefunden habe. Wiederum sind sie Jäger und so geht meine Kulinarische Reise weiter: Gestern Abend gabs köstlichen Moschusochse und heute steht dann Elch auf dem Programm. Ich pedale also nicht nur durch die Wildnis Nordamerika, ich esse sie auch...
Hier traf ich auch auf Matthew Hopkins, er ist am 24. Mai in Prudhoe Bay gestartet und ist als einer der frühesten Radler überhaupt den eisigen und verschneiten Dalton Highway gefahren - bei Windchill-Temperaturen von bis zu -20C und hat dabei mit seinem Liegerad unglaublichen Verhältnissen getrotzt. Am Ende waren es Lawinengefahr und ein technischer Defekt, die verhinderten, dass er die komplette Strecke radelte, aber trotzdem ists eine unglaubliche Leistung. Er konnte mir einige wichtige Tipps für meine weitere Reise geben - da er mehr oder weniger genau die Route gefahren ist, die ich nun noch vor mir habe.
Er will indes weitermachen bis es nicht mehr weiter geht: Ushuaia am südlichen Ende von Südamerika ist sein Ziel! Seinen Blog findest du hier
Meine weiteren Pläne:
Gestern war der 53. Tag, seit ich in San Francisco gelandet bin und das ist gleichbedeutend mit der Mitte meines Zeitfensters. Ja du hast richtig gelesen: Ich habe noch einmal 52 Tage, bis am 13. August mein Flug von Fairbanks nach New York ansteht. Unschwierig ist jedoch zu sehen, dass ich bereits mehr als die Hälfte der Distanz zurückgelegt habe und so fängt nun die Planung an, was und wo ich noch etwas "in die Verlängerung gehen" kann.
Die erste Massnahme, über die ich schon länger nachgedacht habe, ist seit gestern (als ich die ersten 20km auf dem Alaska-Highway gefahren bin) mehr oder weniger "beschlossene Sache". Nachdem ich von Watson Lake nach Whitehorse gefahren bin, werde ich den vergleichsweise stark befahrenen Alaska-Highway verlassen und auf dem Klondike-Highway nach Dawson City radeln. Nach Dawson City wirds dann interessant: Auf dem "Top of the World"-Highway und dem Taylor-Highway werde ich danach nach Alaska vorstossen. Diese Strassen sind zu einem grossen Teil nicht asphaltiert und verlaufen zu einem rechten Teil über der Waldgrenze.
In Tetlin werde ich dann wieder auf den Alaska-Highway treffen und von dort nach Fairbanks weiterradeln. Das ganze bringt zwar "nur" 200 zusätzliche Kilometer ein, durch die vielen Hügel und die herausfordernden Strassenverhältnisse rechne ich mit 4-5 zusätzlichen Fahrtagen und vor allem vielen tollen Erlebnissen.
Danach werde ich Fairbanks anpeilen und versuchen den grossen Finish hinter mich zu bringen und den Dalton-Highway komplett zu befahren. Noch ist unklar, wie ich von Prudhoe Bay wieder zurück nach Fairbanks komme - vor allem auf Grund des unklaren Ankunft-Datums ist die Planung da sehr schwierig. Im Notfall müsste ich wieder zurück radeln und darauf hoffen einige Male von Touristen als Autostopper mitgenommen zu werden.
Danach habe ich wohl immernoch etwas Zeit um entweder noch etwas zu Fuss zu unternehmen oder mit dem Fahrrad in den Denali-Nationalpark einzudringen oder was auch immer mir noch in den Sinn kommt. Eins ist auf jeden Fall sicher: In Alaska wirds mir nicht langweilig!
Momentan ist der Arktische Ozean bei Prudhoe Bay übrigens immer noch pickelhart zugefroren. Bis in etwas mehr als einem Monat wird sich dies aber hoffentlich geändert haben, so dass die Eisbären verschwunden sind und auch damit ich dort kurz ins Wasser hüpfen kann. Danach würde mir von den 5 grossen Weltmeeren nämlich nur noch der Antarktische Ozean fehlen ;-)
Datum der Etappe: 23.06.2014


