52. Alaska hwy I
Staub, Regen und Wind
Heute Morgen startete ich zusammen mit Matthew, der bis zu Kreuzung mit dem Cassiar-Highway die selbe Route fuhr. Mit seinem Liegerad ist er aber ziemlich langsam: 13-14km/h Durchaschnittsgeschwindigkeit - trotzdem fährt er bis zu 140km pro Tag! Eine tolle Leistung. Gerade als wir auf der Höhe von zwei massigen Schwarzbären waren, hatte aber dann sein Vorderrad einen Platten und nachdem wir einen grosszügigen Sicherheitsabstand genommen hatten, gings ans Reparieren.
Als wir dann endlich an der Kreuzung ankam, war ich froh, wieder \"normale\" Geschwindigkeiten fahren zu können. So gut wir uns auch verstanden, hätten wir niemals längerfristig zusammen fahren können.
Kurze Zeit später fuhr ich in einen 34km (!) langen Baustellenabschnitt hinein und wurde wegen mangelndem Deckbelag mächtig eingestaubt. Glücklicherweise habe ich mein kambodschanisches Staub-Schutztuch noch immer dabei und so schwelgte ich etwas in Erinnerungen an SE-Asien, während mich eine Staubwolke nach der anderen erfasste. Nach 20km kam ich dann zum eigentlichen 4km langen Bau-Abschnitt bei dem jeweils eine Ration Fahrzeuge von einem Baustellen-Fahrzeug begleitet durchgeschleust wurde. Fahrräder waren hier untersagt und so musste ich mein Velo in das Guide-Fahrzeug verladen und wurde chauffiert. Dies waren die ersten Kilometer auf meiner Route, die ich nicht aus Muskelkraft zurückgelegt habe. Mein Chauffeur war niemand geringeres als der Baustellen-Leiter und da wir nach 4km schon so gute Freunde waren, entschied er kurzerhand mich noch den ganzen restlichen Staub-Abschnitt (10km) zu chauffieren.
Unterwegs erklärte er mir, dass es im weiteren Verlauf der Strecke nach Whitehorse zwei Anwesen gibt, die er verwaltet und sagte mir, wie ich dort "legal einbrechen" könne, um Unterschlupf zu finden, falls es regnen sollte und ich kalt hätte.
Als ich dann wieder normal unterwegs war, kam plötzlich ein kalter und vor allem sehr starker Gegenwind auf, der mich stark an meine ersten vier Tage in Kalifornien erinnerte. Als wäre dies nicht genug, begann es auch noch zu Regnen. Wie gewohnt liess ich mich nicht beirren und fuhr einfach immer weiter. Gegen 19 Uhr erreichte ich das einzige Restaurant weit und breit und entschloss einzukehren, um meine Füsse und Finger wieder warm zu kriegen. Wie immer wurde ich in Gespräche verwickelt und ein Mann steckte mir ein zusammengefaltetes Geldnötchen zu - er wolle mich unterstützen bei diesem Projekt. Als ich realisierte, dass ich gerade 100USD (!!!) geschenkt bekommen hatte, war der Mann bereits aus dem Restaurant verschwunden!
Noch einmal 12km später erreichte ich einen halblegalen Camping-Spot nahe einer Touristen-Attraktion (Wasserfall), diesen werde ich morgen besichtigen - heute war ein langer, sehr harter Tag und ich bin totmüde.
Übersichtskarte
Datum der Etappe: 24.06.2014









