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66. Top of the world II

Dreckstrasse + Regen = mmmhm...

1080 hm
Anstieg
1780 hm
Abfahrt
8:15 h
Unterwegs
5:07 h
Reine Fahrzeit
16.2 km/h
Ø Geschw.
83 km
Distanz


Zum Morgensport gings heute auf den Berg hoch, zu dessen Fusse ich gecampt hatte. Ich sitzte ja sonst nur rum ;-)
Anschliessend gings wieder auf den Stahlesel und bald war ich an der Grenze: Der nördlichste Zoll Amerikas lag direkt vor mir - mitten in der Tundra leben hier 3 Personen, um für ein paar Fahrzeuge pro Stunde, Zöllner zu spielen. Immerhin waren sie so nett und gaben mir noch rund 4l Trinkwasser mit auf den Weg. Dies hatte ich bitter nötig gehabt, denn nach wie vor gabs absolut kein Wasser der Strasse entlang.
Unmittelbar nach der Grenze begann ein extrem mühsamer Schotter-Abschnitt. Dieser war mir mehrfach als mörderisch angekündigt worden und in Dawson meinten mehrere Personen, das diese Passage mit einem Fahrrad unmöglich zu bewältigen sei. Tatsächlich kam ich kaum vorwärts, aber immerhin konnte ich fahren - auch ein Platten, den ich mir hier in den scharfen Steinen zuzog konnte mich da nicht stoppen. Damit war ich auch nicht alleine: Heute traf ich zwei Mal Fahrzeuge, die am Reifen wechseln waren.
Plötzlich bereitete mir aber das Wetter mehr Sorgen als die Strasse: Im Süden baute sich eine gigantische Gewitterfront auf und so gab ich mächtig Dampf, um vielleicht daran vorbei zu kommen. Nach einer Stunde war ich dann geschlagen: Eine von unterdessen zwei Fronten hatte mich eingeholt und ich bekam meine Portion Regen. Damit setzte sich eine bald unheimliche Serie fort: Seit Whitehorse hatte ich keinen Fahrtag ohne Regen! Mehrfach wurde mir bereits bestätigt, dass dies ein ungemein regnerischer Sommer sei.
Schlimmer als mich traf der Regen die Strasse, die ich bald befuhr: Plötzlich mutierte die ganze Sache zu einer gewaltigen Schlammschlacht und ich kam kaum mehr voran.
Nach langem Kampf erreichte ich total zugeschlammt Chicken, die erste Siedlung in Alaska und von dort gings endlich wieder auf Asphalt weiter. Beim ersten Fluss hielt ich an und versuchte mein Rad einigermassen vom Schlamm zu befreien, vor allem die Kette und das Schaltwerk hatte extrem gelitten und bedenklich geächzt. Als ich nach einer satten Stunde alles wieder einigermassen sauber und geölt hatte, begann es wieder zu regnen und ich beschloss kurzerhand, bei diesem Fluss mein Camp aufzubauen. Damit geht ein harter Tag zu ende, an dem ich so wenig Distanz gefahren bin, wie schon sehr lange nicht mehr (an einem vollen Fahrtag).

Übersichtskarte

Datum der Etappe: 08.07.2014