67. Top of the World III
Wenns nicht läuft, dann geh ich laufen!
Die ganze letzte Nacht hatte es geregnet und als ich heute aufstand, kam der Fluss neben mir total braun daher. Somit konnte ich natürlich auch nichts abfiltern, was meine nach wie vor herrschende Trinkwasser-Knappheit nicht gerade beseitigte.
Als ich dann losfuhr, rissen die Wolken plötzlich auf und die Sonne kam hervor. Die Strasse war extrem mühsam: Super steile Hügel, immer wieder hoch und runter. In der nun brennenden Sonne definitiv kein Spass. Auch Gegenwind machte die Sache nicht einfacher. Als hätte ich nicht schon genug zu kämpfen gehabt, wechselte sich die brennende Sonne 3 Mal mit sehr starken Platzregen ab. Hier im Norden wechselt das extrem schnell und für mich heisst das jedes Mal, Regenzeug anziehen und die Wäsche, die zum Trocknen hinten auf dem Velo klemmt, einpacken.
Nach vier Stunden Kampf war ich noch immer nirgends (weniger als 40km) und so war dies wieder Mal ein moment, um etwas Musik einzustöpseln. Dies hilft jedes Mal sehr, weil es den Fokus etwas von den Strapazen wegnimmt. Nun gings besser und die Strasse war anstatt hügelig nun mehr konstant ansteigend, was mir lieber ist, als wenn ich immer aus dem Takt geworfen werde.
Als die Strasse die Baumgrenze erreichte, wurde es auch landschaftlich wieder etwas interessanter und neben mir stand plötzlich ein mächtiger Berg. Mt. Fairplay war sein Name und da heute irgendwie der Wurm drin war auf dem Velo, entschied ich mich kurzerhand, diesen Berg zu besteigen.
Von einer Einheimischen auf einer Raststätte wurde mir kurz erklärt, von wo es am einfachsten ist und so ging ich zu diese Ort, stellte zuerst mein Nachtcamp auf und wanderte los. 800 Höhenmeter war der Aufstieg - in mühsamen Tundra-Flächten, in denen man einsank, als würde man auf Schnee laufen. Später gings in den Schutt und nach 2h marschieren war ich auf dem Gipfel (1700m) und genoss eine umwerfende Aussicht in die Weiten Alaskas. Den Abstieg meisterte ich in weitern 90min und nun sitze ich ziemlich k.o. in meinem Camp.
Was für ein Tag, am Ende kams doch noch gut! Bei Gelegenheit werde ich dann einen ausführlicheren Bericht über die Wanderung auf meinem Hikr-Profil posten.
Übersichtskarte
Datum der Etappe: 09.07.2014











