north↑wards SF → Prudhoe Bay

81. Dalton HWY VIII

Die Krönung des Schlechten

590 hm
Anstieg
840 hm
Abfahrt
9:15 h
Unterwegs
5:01 h
Reine Fahrzeit
16.7 km/h
Ø Geschw.
84 km
Distanz


Der Tag begann mit einem GAU: Über Nacht hatte es für einmal nicht geregnet und so war der Schlamm, der vom Vortag am Velo klebte eingetrocknet. Die gesamte Gangschaltung und Kette war wortwörtlich erstarrt im Dreck. Damit aber nicht genug: Als ich mein Ketten-Öl herauskramte, musste ich feststellen, dass es bis auf den letzten Tropfen ausgelaufen war. Nicht dass mich das Öl kümmerte, dass nun in der ganzen Tasche verteilt war. Vielmehr war es der Fakt, dass ich meine Kette unmöglich reanimieren konnte.
So blieb mir nichts anderes übrig, als die Kette zu entfernen und die Ersatzkette zu montieren, in der Hoffnung, sie würde es bis Prudhoe Bay durchhalten. Ohne Kettenöl.
Die Strasse war noch immer ein Schlammloch und kurz nachdem ich losgefahren war, begann es wieder zu regnen. Nach etwa 20km stoppte ein geländegängiger Camper neben mir und ein älteres Ehepaar bot mir ein Mittagessen in der trocknen Wärme an. Was für eine Aufwertung für diesen Tag. Nachdem ich richtiggehend gemästet wurde, gings zurück in den Regen und zu allem Überfluss hatte ich kurze Zeit später in einer richtig schlammigen Passage einen Platten. Die Reparatur war unglaublich mühsam - schliesslich konnte ich nichts an den Boden legen und war selbst total voll Schlamm. Als es dann endlich erledigt war, kam ich plötzlich erstaunlich gut voran und blieb ganz einfach sitzen und "strampelte".
Gegen 20 Uhr beobachtete ich fasziniert eine grosse Gewitterfront im Westen, die meiner Meinung nach vom Wind von mir weggetrieben werden musste - eine fatale Fehleinschätzung.
Anstatt anzuhalten und sofort mein Camp aufzubauen blieb ich auf der Strasse bis es zu spät war.
Sintflutartige Regenfälle und Orkanböen erfassten mich von einer Minute zur anderen. Weiterfahren war natürlich unmöglich. So hielt ich an und versuchte mein Camp aufzubauen, doch der starke Wind verhinderte, dass ich es fertigbrachte, das Überzelt über die Zeltstangen zu spannen. Total durchnässt kämpfte ich im Regen und Sturm, doch es wollte nicht gelingen. Grosse Steine, an denen ich mein Zelt befestigen wollte, schlitterten einfach so über den Boden. Immer verzweifelter probierte ich und begann am ganzen Körper zu zittern vor lauter Kälte und winselte vor mich hin - Schutz gibt es hier keinen: Bäume wie auch Hügel sucht man hier vergebens. Ich war kurz davor den nächsten Truck zu stoppen, um an die Wärme zu kommen, als es mir nach vollen 2h dann endlich gelang, mein Zelt halbwegs aufzustellen und sofort zog ich alle trockenen Kleider an, die ich noch hatte (u.a. 4 Paar Socken). Da der Wind aber wortwörtlich durchs Zelt zog ging es beinahe 3h bis ich einigermassen aufgewärmt war.
Noch sind es 85km bis Prudhoe Bay.

Übersichtskarte

Datum der Etappe: 23.07.2014