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80. Dalton HWY VII

Langsam reichts!

315 hm
Anstieg
700 hm
Abfahrt
7:00 h
Unterwegs
2:51 h
Reine Fahrzeit
17.5 km/h
Ø Geschw.
50 km
Distanz


Die Nacht war alles andere als ruhig: Ab etwa 10 Uhr setzten starke Sturmböen ein und da es hier keine Bäume mehr gibt, war ich (bzw. mein Zelt) denen voll ausgesetzt. Gegen Mitternacht musste ich so alle irgendwie verfügbaren Ösen abspannen und da dies noch immer nicht den gewünschten Erfolg brachte, musste ich eine kleine Steinmauer im Hochalpin-Style aufschichten, die verhinderte, dass es mein Zelt aufblies wie ein Ballon. (Später wurde mir von Bauarbeitern erklärte, dass sie Böen von über 80km/h gemessen hätten und auf der Baustelle alle Schilder etc. umgeflogen seien).
Am Morgen, als ich schliesslich aufwachte (Wecker stelle ich hier keinen), regnete es wieder mal aufs Zelt. Da ich für den restlichen Teil der Strecke nun mehr als genug Zeit habe - Meine Tour durch die Öl-Felder zum Arktischen Ozean habe ich für den 26. Juli gebucht und daher macht es für mich keinen Sinn, früher in Deadhorse einzutreffen - blieb ich vorerst im Zelt. Ich stellte fest, dass es in meinen Abenteuer-Hörbüchern (Narnia / The Hobbit) nie regnete und ziemlich schnell wurde mir ziemlich langweilig.
Gegen Mittag hatte ich die Schnauze voll und brach mein Zelt ab. Regen hin oder her. Einige Kilometer später traf ich auf eine grosse Baustelle, die ich nicht befahren durfte und mit dem sog. Pilot Car durchchauffiert wurde. Der einzige Hacken: Auf dieses musste ich 20min (!) lang im kalten Regen warten.
Der Rest ist schnell erklärt: Die Strasse war Mantsch, die nun immer flächere Umgebung im Nebel eingepackt und ich fuhr, bis sich meine Zehen dumpf anfühlten. Dann stellte ich mein Camp auf einem unromantischen aber zweckmässigen Kiesplatz neben der Strasse auf: Genau 100 Meilen vor Deadhorse.
Obwohl ich nicht weit gefahren war, war ich total kaputt, stopfte etwas Essen in mich hinein,
ging in mein Zelt, zog 14 Kleidungsstücke an (u.a. 3 Socken pro Fuss) und schlief erstmal 2 Stunden.
Auch jetzt, um 22 Uhr regnet es noch immer.
Langsam wird das hier absurd, was ich auf diesem Dalton erlebe: Zuerst Dauerregen, dann 36h gute Verhältnisse, dann Kälte (mit Regen), dann Sturm, dann wieder Regen und seit dem Atigun-Pass könnte man meinen, es sei hier eine Moskito-Apokalypse im Gange.

Übersichtskarte

Datum der Etappe: 22.07.2014