north↑wards SF → Prudhoe Bay

83. Dalton Hwy X

Das grauenhafte Ende

15 hm
Anstieg
85 hm
Abfahrt
2:45 h
Unterwegs
2:38 h
Reine Fahrzeit
18.2 km/h
Ø Geschw.
48 km
Distanz


Auf die unruhigste folge die kälteste Nacht: Gerade mal 1C hatte es noch im Vorzelt, als ich um 2 Uhr morgens schlotternd aufwachte. Dafür wurde ich zu dieser Unzeit Zeuge davon, wie die Sonne (leider hinter Bodennebel versteckt) zum ersten Mal nach 2 Monaten wieder den Horizont berührte. Sozusagen ein Sonnenuntergang mit Auferstehung. Wegen der Kälte konnte ich aber die Kamera kaum halten...
Auch am Morgen wars noch bissige 2C und langsam wurde mir klar, dass das heute noch einmal ein Kampf werden würde. In den Morgenstunden zog hinter meinem Zelt eine 18 Tier starke Muskoxen-Herde vorbei und etwas weiter nördlich tollte ein junges Karibu im Fluss herum. So schöne Landschaftsaufnahmen ich mit meiner Kamera auch machen kann, für Tiere taugt sie mit ihrem schwachen Zoom leider nicht. So sind auch die Bilder von diesem Erlebnis eher bescheiden ausgefallen.

Später nam ich die letzten 50km in Angriff und es war bitterkalt. Immerhin war der Boden gefroren und damit nicht schlammig und auch Moskitos machen einem bei diesem Wetter keine Probleme. Doch die Meilen-Tafeln der Strasse entlang wollten einfach nicht raufzählen bis Meile 414, wo Deadhorse liegt. Nach 30km begann es zu allem Überfluss hin auch noch zu regnen und später sogar zu schneien!
Meine Finger waren so steif, dass ich nicht einmal mehr Gänge schalten konnte und auch mein Schnee-Flocken-Bild misslang ziemlich (Siehe unten). 5km vor der Ortschaft traf ich einen jungen Strassenarbeiter, mit dem ich vor einer Woche schon einmal gesprochen hatte - damals noch deutlich südlicher. Er ergötzte sich daran, dass ich kaum sprechen konnte, weil mir so kalt war und machte mir Mut "es ist nicht mehr weit".
Irgendwann nach einer weiteren Ewigkeit war es geschafft. Finger und Zehen hatten in der feuchten Ausrüstung böse gelitten heute und ich war derart am frieren, dass ich absolut keine Touren-Abschluss-Emotionen verspürte. Auch ein Jubelbild gibt es angesichts meines Zustandes noch nicht - das werde ich morgen noch nachholen.
Ich rettete mich in die Wärme in den (All You Can Eat) Buffet-Saal eines lokalen Hotels. Für eine Übernachtung hier reicht mein Budget zwar nicht aus (Zimmer ab 200$), für eine Buffet-Plünderung hingegen schon und dies ist lohnenswert: Für die Öl-Feld-Arbeiter wird hier in 4****-Manier gekocht und als Tourist ist man für 20$ dabei. Einzig etwas schmerzhaft ist zu sehen, dass 80% der Arbeiter hier trotz unglaublich auswahl nur ihren Burger mit Pommes runterschletzen...

Das Finisher-Foto und ein wenig Touren-Abschluss-Worte werde ich morgen noch nachliefern.

Übersichtskarte

Datum der Etappe: 25.07.2014